Demodikose / Demodex

a) `gesunde` Haarbälge, rechts Talgdrüse
b) Demodex-Milben in den
Haarbälgen
c) Haare sind im Bereich der Haarbälge zerstört, es bildet sich
ein kleiner Propf (Komedonenbildung), bakterielle Überbesiedlung
d)Schwere,
sekundäre bakterielle Infektion mit entzündlichen Veränderungen auch des die
Haarbälge umgebenden Gewebes



Die Pathogenese der Erkrankung ist
sehr komplex. Beim Menschen konnte mittlerweile eine Beziehung zwischen dem
Vorliegen bzw. Nichtvorliegen bestimmter Leukozytenantigene (human leucoyte
antigenes, sog. Histokompatibilitätsantigene) und einer Erkrankung an Demodikose
nachgewiesen werden. Beim Hund fehlen bisher entsprechende
Untersuchungsergebnisse.

Bei der hereditären (erblichen) generalisierten
Demodikose des Hundes vermutet man seit einigen Jahren einen spezifischen,
ausschließlich auf die Kontrolle der Demodexmilben beschränkten und nicht näher
spezifizierten Defekt von T-Lymphozyten und erklärt damit auch die
Prädisposition für diese Erkrankung bei bestimmten Rassen und das familiär
gehäufte Auftreten.

 

Zuchtausschluss
Obwohl der Erbgang der hereditären generalisierten
Demodikose nicht geklärt ist, sollten Hunde mit dieser Erkrankung sowie deren
Elterntiere von der Zucht ausgeschlossen werden. Hündinnen sollen kastriert
werden, zumal sich die Erkrankung unter dem Einfluss von Läufigkeit,
Pseudogravidität, Gravidität und Laktation verschlimmern kann.

Demodexmilben


Welche Hautveränderungen sind bei Demodikose
durch Demodex canis typisch?


Durch eine übermäßige Vermehrung dieser
Milbe in den Haarfollikeln (wo die Haare gebildet werden), kommt es zu haarlosen
Hautbezirken. Häufig weisen diese Hautbezirke eine Rötung der Haut (Erythem) und
Schuppenbildung auf. Die betroffenen Stellen sind scharf begrenzt oder weisen
diffuse Ränder auf. In vielen Fällen kommt es zu bakteriellen
Sekundärinfektionen mit Pustel- und Krustenbildung sowie unterschiedlich starkem
Juckreiz.


Wie wird die Diagnose gestellt?

Die
Diagnose einer Demodikose aufgrund von Demodex canis wird in aller Regel
über eine mikroskopische Untersuchung von tiefen Hautgeschabseln gestellt. Diese
Geschabsel werden mittels einer Skalpellklinge gewonnen, auf welche zum besseren
Halt des zu gewinnenden Materials zunächst ein Tropfen Paraffinöl aufgetragen
wird. Unmittelbar nach der Entnahme wird das Material auf Objektträger
verbracht, mit Deckgläschen abgedeckt und bei 100facher Vergrößerung
mikroskopisch untersucht.

Bei manchen Rassen, z.B. dem Shar-Pei, und bei
bestimmten Lokalisationen der Hautveränderungen, z.B. an den Pfoten, sowie bei
entzündungsbedingt chronisch verdickter Haut kann der Milbennachweis durch
Geschabsel trotz korrekter Entnahmetechnik falsch-negativ ausfallen. In solchen
Fällen sollten bei Verdacht auf Demodikose Hautbiopsien (Gewebeproben) entnommen
und auf Demodexmilben untersucht werden.

Eine weitere nur im positiven
Fall beweisende diagnostische Methode stellt die mikroskopische Untersuchung
ausgezupfter Haare dar, an deren Wurzeln häufig Demodexmilben oder deren Eier
nachweisbar sind.

Im Gegensatz zur Sarkoptesräude ist der mikroskopische
Nachweis einer einzelnen toten Demodexmilbe nicht ausreichend für die Diagnose
„Demodikose“. Hierfür sind mehrere lebende Milben, am besten mit Jugendstadien,
erforderlich.


Wie wird behandelt?

Bei allen Formen
der Demodikose ist eine Behandlung mit Kortisonpräparaten wegen deren negativer
Wirkung auf die Immunabwehr in jeder Anwendungsform kontraindiziert. Falls
bereits eine Kortisonbehandlung erfolgte, müssen die Präparate umgehend
abgesetzt werden. Sie dürfen bei Tieren mit hereditärer generalisierter
Demodikose auch nach erfolgreicher Behandlung nur noch nach strenger
Indikationsstellung sowie sorgfältiger Abwägung von Risiko und Nutzen angewandt
werden.

Die Beseitigung der Demodexmilben erfolgt mit akariziden
Mitteln, lokal vorzugsweise als Bäder oder Waschungen, und systemisch durch
orale Verabreichung oder Spot on Präparate. Falls eine bakterielle
Sekundärinfektion vorliegt, werden Antibiotika, welche sich als „hautwirksam“
erwiesen haben, in Tablettenform und antibakterielle Shampoos eingesetzt. Zur
besseren örtlichen Behandlung sollte bei langhaarigen Hunden und tiefen,
fistelnden Veränderungen das Haarkleid nach Möglichkeit geschoren werden. Eine
Sedierung des Patienten erleichtert das Ausscheren, insbesondere bei
schmerzhaften Hautveränderungen.

Warum ist die korrekte Einordnung in
die verschiedenen Formen der Demodikose, vor allem in „lokalisierte“ oder
„generalisierte Demodikose“ wichtig?


Therapie und Prognose sind bei
den verschiedenen Formen der Demodikose sehr unterschiedlich. Damit ist eine
korrekte Diagnose unerlässlich. Der Befund „Demodikose“ allein genügt nicht!

Unter Berücksichtigung von Ursachen, Lokalisation und dem klinischen Bild
lässt sich eine klinisch-pathologische Einteilung in sieben verschiedene
Demodikose-Erkrankungen vornehmen.

Welche Formen der Demodikose gibt
es?


1. Lokalisierte, spontane Demodikose (Demodex
canis)

Hunde aller Rassen können an dieser Form der Demodikose
erkranken. Die betroffenen Tiere sind meist im jugendlichen oder
`pubertierenden` Alter. Sie zeigen einige wenige (normalerweise ein bis fünf)
haararme bis haarlose Hautveränderungen, zunächst ohne Juckreiz, evtl. mit
Rötung der Haut oder auch Schuppenbildung. Bei bakterieller Sekundärinfektion
kann Pruritus (Juckreiz) dazu kommen. Die Stellen werden besonders häufig an
Kopf und Hals, aber auch an Gliedmaßen und Rumpf beobachtet.

Die
Erkrankung wird nicht selten rein zufällig entdeckt und leicht übersehen, vor
allem bei langhaarigen Hunden.

Die lokalisierte Demodikose des jungen
Hundes führt zu einer Spontanheilungsrate von über 90%. Sie ist nach heutigem
Wissensstand nicht erblich! Bei dieser Form der Demodikose ist kein
Zuchtausschluss erforderlich.

Es wird empfohlen, auf ein akarizides
Mittel zur Behandlung der Demodexmilben zu verzichten. Die Spontanheilung ohne
Einsatz akarizider Mittel sichert die Feststellung, dass es sich nicht um eine
generalisierte erbliche Form handelt.

Bakteriell infizierte Hautbezirke
können dagegen mit einem antibakteriellen Mittel wie beispielsweise
Benzoylperoxid-Gel oder Shampoo behandelt werden. Durch örtliche Anwendungen und
die damit verbundene mechanische Reibung können solche Haare, welche
Wurzelbereich bereits geschädigt sind und später sowieso ausgefallen wären,
gleich verloren gehen und ein Fortschreiten der Erkrankung vortäuschen.


Falls gleichzeitig ein Befall mit Darmparasiten (v.a. Verwurmung)
vorliegt und möglicherweise die Immunabwehr des Patienten beeinträchtigt, sollte
dieser behandelt werden.

Regelmäßige Kontrollgeschabsel zur Überwachung
des Krankheitsverlaufs werden alle 2-3 Wochen dringend empfohlen. Falls die
Erkrankung in eine generalisierte Form übergehen sollte, kann so umgehend eine
akarizide Therapie eingeleitet werden

Lokalisiserte, spontane Demodikose (Demodex canis), hier haarlose Stelle
unter dem Auge.



2. Lokalisierte, iatrogene Demodikose
(Demodex canis)

Unabhängig vom Lebensalter und der Rasse kann
eine lokalisierte Demodikose durch eine örtliche Immunsuppression ausgelöst
werden, beispielsweise durch die Injektion eines Depot-Kortisonpräparates oder
von Depot-Gestagenen (zur Läufigkeitsverhütung) unter die Haut oder durch die
lokale Anwendung von Kortisonsalben oder -cremes.
Normalerweise ist nur eine
einzelne Hautstelle betroffen, oft im Bereich der seitlichen Brustwand oder
Flanke, wo eine subkutane Injektion erfolgte. Bei kurzhaarigen Hunden sind die
Veränderungen offensichtlich, bei langhaarigen Hunden werden sie möglicherweise
übersehen, da das gesunde Haar sie abdecken kann.

Wie bei der spontanen
Form ist auch diese Erkrankung durch Veränderungen mit Haarverlust, Rötung der
Haut, Pustel- und Krustenbildung und eventueller bakterieller Beteiligung mit
oder ohne Juckreiz gekennzeichnet. Außerdem erscheint die Haut oft
pergamentartig und durch einen Kortison-bedingten Abbau von Kollagen in der
Cutis extrem dünn.
Die Veränderungen können hartnäckig sein. Sie können
lange Zeit (bis über einem Jahr) bestehen bleiben, bevor sie nach Abklingen der
(Depot-)wirkung des verursachenden Präparates dann meist ohne weitere Behandlung
abheilen.

Zur Diagnose führen ein entsprechender Vorbericht,
mikroskopische Untersuchungen tiefer Hautgeschabsel auf Demodexmilben und
Untersuchungen auf Bakterien. Falls keine stärkere Entzündung festgestellt wird,
kann einfach abgewartet werden, bis die Wirkung des Depot-Präparates abgeklungen
ist und sich die Haut wieder normalisiert. Bei sekundärer bakterieller Infektion
und zahlreichen lebenden Milben im Hautgeschabsel wird dagegen mit einem
Akarizid und mit antibakteriellen Mitteln behandelt, normalerweise täglich über
mehrere Wochen.
Da das Abheilen der Veränderung v.a. nach Anwendung von
Depot-Präparaten viele Monate lang dauern kann, ziehen manche Besitzer die
chirurgische Entfernung des subkutan liegenden Depotpräparates vor. Es stellt
sich normalerweise als flaches Scheibchen im Unterhautgewebe dar und kann
relativ einfach entfernt werden. Züchterische Maßnahmen sind bei dieser
Demodikoseform natürlich ebenfalls nicht erforderlich.

3.
Generalisierte, erbliche Demodikose (Demodex canis)


Diese
Form tritt beim jungen Hund, je nach Rasse bis etwa 1,5 oder 2 Jahre auf. Bei
diesen Patienten ohne erworbene Immunsuppression geht man von dem bereits
erwähnten erblichen spezifischen Immundefekt (autosomal-rezessiv?) und
sekundärer Induktion einer unterschiedlich starken zellvermittelten
Immunsuppression aus. Der Verlauf der Erkrankung hängt vom Schweregrad des
Immundefekts und ob und in welchem Maß eine sekundäre bakterielle Infektion
vorliegt und zu einer zusätzlichen sekundären Immunsuppression geführt hat.


Für die generalisierte, erbliche Demodikose gelten u.a. folgende Rassen
als prädisponiert: Bobtail, Collie, Afghane, DSH, Cocker, Dobermann, Dalmatiner,
Deutsche Dogge, Englische Bulldogge, Französische Bulldogge, Bullterrier,
Boston-Terrier, Dackel, Chihuahua, Boxer, Mops, Shar-Pei, Beagle und Englischer
Pointer.

Die Hautveränderungen äußern sich zunächst in fokaler oder
diffuser Alopezie (Haarverlust) mit Schuppenbildung und Erythem (Rötung der
Haut). Der Kopf, manchmal mit Veränderungen, die einer „Brillenbildung“ ähneln,
und die Vorderbeine sind häufig als erstes betroffen. Eine Generalisierung
erfolgt meist sehr rasch. Bakterielle Sekundärinfektionen treten regelmäßig auf
und sind entweder oberflächlich mit Papeln, Pusteln, häufig mit Juckreiz oder
tief mit Furunkeln, Zellulitis, Ödemen, Fistelbildung und Schmerz. Auch die
Bildung von Komedonen („Mitessern“) sowie Hyperkeratose (Verhornungsstörungen)
werden beobachtet. Nicht selten kommt es zu einer generalisierten
Lymphadenopathie (Schwellung aller Körperlymphknoten im Einzugsbereich der Haut)
sowie schweren Allgemeinstörungen und Fieber. Durch Bakterientoxine und
Entzündungsmediatoren werden auch andere Organe geschädigt. Durch die Sepsis
(Blutvergiftung) kann es zum Tod des Patienten kommen.

Komedonenbildung


Manche Hunde, v.a. Terrier-Rassen, zeigen
dagegen nur multifokale hyperpigmentierte Hautbezirke bei ansonsten normal
erscheinendem Haarkleid.

Behandlung der generalisierten, erblichen
Demodikose
Die Behandlung der generalisierten Demodikose ist langwierig
(mindestens 4-6 Monate) und bedarf einer besonders intensiven Zusammenarbeit
zwischen Tierarzt und Tierhalter. Die meisten angeblich „resistenten Fälle“ sind
in Wirklichkeit nicht konsequent mit ausreichender Fachkompetenz behandelt
worden.

Lokale Therapie
Amitraz ist in Deutschland unter dem Namen
Ectodex ® zur äußerlichen Therapie der Demodikose beim Hund zugelassen. Es ist
ein Akarizid, das als Hemmer der Monoaminooxigenase (MAO) zu Paralyse und Tod
von Demodex- und anderen Milben führt, zusätzlich aber auch eine Reihe von
anderen Wirkungen z.B. auf den Glucosestoffwechsel hat, also beispielsweise bei
diabetischen Patienten nicht angewendet werden sollte. Patienten mit
großflächigen offenen und tiefen Hautveränderungen sollten wegen der Gefahr
einer erhöhten Resorption mit Amitraz nicht bzw. nicht großflächig behandelt
werden.

Systemische Therapie
Moxidectin ist als spot-on-Formulierung
(Advocate®) gleichfalls zur Demodikosebehandlung zugelassen und wird nach
Empfehlung des Herstellers alle 4 Wochen appliziert
Neben den zugelassenen
Therapien gibt es verschiedene sehr gut wirksame Therapieprotokolle mit nicht
für Kleintiere zugelassenen oder nicht für die Indikation Demodikose
zugelassenen Wirkstoffen (meist makrozyklischen Laktone). Ihre Anwendung darf
nur bei strenger Indikationsstellung unter tierärztlicher Kontrolle erfolgen.


Therapiedauer und -kontrolle
Bei allen genannten Therapien gelten
Kontrolluntersuchungen und –geschabsel im Abstand von 2-3 Wochen als unabdingbar
für einen optimalen Erfolg.. Die Therapiedauer richtet sich nicht nach der
äußerlich sichtbaren Besserung der Hautveränderungen, sondern der
parasitologischen Kontrolle. Die Therapie sollte so lange durchgeführt werden,
bis zumindest zweimal im Abstand von 2-3 Wochen die Geschabsel negativ sind. Bei
der Verlaufskontrolle dienen die Gesamtzahl der Milben, der Anteil der noch
lebenden Milben und der der Jugendformen als Beurteilungskriterien. Diese
Kontrollgeschabsel sollten immer von denselben Hautbezirken genommen werden und,
wenn möglich, immer eine Gliedmaße bzw. Pfote miterfassen.


Wie sehen
die Kontrolluntersuchungen aus?
Alle 2-4 Wochen werden die Patienten
sorgfältig untersucht und Hautgeschabsel entnommen (möglichst immer vom gleichen
Untersucher und immer an den gleichen Hautbezirken!). Dabei werden die
Gesamtzahl der Milben, das Verhältnis lebende:tote Milben und das Verhältnis
erwachsene Milben:Jugendstadien insbesondere beurteilt.

Die klinische
Besserung bzw. Heilung (in diesem Falle Nachwachsen von Haaren) setzt schon ein,
wenn in den Hautgeschabsel noch Milben nachweisbar sind. Die Behandlung dagegen
wird so lange weitergeführt, bis mindestens 2x die Hautgeschabseln negativ
waren, sonst sind Rückfälle vorprogrammiert!

Generalisierte Demodikose durch Demodex canis, vor und nach erfolgreicher
Behandlung

 

Prognose
Je nach Form der Demodikose: Hervorragend bei den lokalisierten
Formen, gut bis sehr vorsichtig bei den generalisierten Formen (je nach
Primärerkrankung). Bei der hereditären generalisierten Demodikose können nach
adäquater Therapie bis zu 2 von 3 Hunden geheilt werden.

4.
Generalisierte Demodikose aufgrund iatrogener oder spontaner Immunsuppression /
„Old dog demodicosis“ (Demodex canis)


Das Auftreten einer
generalisierten Demodikose muss auch beim älteren Hund besonders ernst genommen
werden. Hier kann die Erkrankung beispielsweise durch Verabreichung
immunsuppressiv wirkender Medikamente (z. B. Glukokortikoide, Zytostatika)
ausgelöst werden.
Spontan tritt sie bei bösartigen Tumorerkrankungen
(Lymphosarkom, Hämangiosarkom, Mamma-Adenokarzinom), schweren
Stoffwechselstörungen (Diabetes mellitus oder Cushing-Erkrankung) und einigen
Lebererkrankungen auf.

In Einzelfällen kann die Demodikose äußerlicher
Anzeichen derartiger Erkrankungen bis zu 12 Monaten vorauseilen, so dass
entsprechende engmaschige Untersuchungen des Patienten anzuraten sind.


5. Was ist eine Pododemodikose? (Demodex canis)

Bei allen
entzündlichen Hautveränderungen im Pfotenbereich (sog. Pododermatitis) muss
differentialdiagnostisch eine Erkrankung durch Demodexmilben (Pododemodikose
durch Demodex canis) in Betracht gezogen und entsprechende mikroskopische
Untersuchungen durchgeführt. werden. Häufig sind die Pfoten ödematös geschwollen
und sehr schmerzhaft, dazu kommen tiefe bakterielle Infektionen und wechselnde
Lahmheiten. Manchmal äußert sich die Erkrankung einfach in „Füße-Lecken“
aufgrund des Juckreizes. Prädisponiert sind Neufundländer, Bernhardiner,
Deutsche Doggen, Bobtails und andere große Rassen sowie Westhighland
White-Terrier.

Die Pododemodikose (Demodikose der Pfoten) kann entweder
als Relikt (Überbleibsel) einer früheren generalisierten Demodikose oder als
eigenständiges Problem ohne Veränderungen am restlichen Körper auftreten.


Die Behandlung erfolgt entweder lokal oder systemisch wie bei der
generalisierten Demodikose geschildert.

6. Demodikose durch Demodex cornei

Demodex cornei
ist eine beim Hund relativ neu entdeckte Milbenart, über die allerdings noch
wenig bekannt ist, auch nicht, ob sie so wie Demodex canis zur normalen
Hautflora des Hundes gehört.
Sie ist kürzer und breiter als Demodex
canis
, lebt deutlich oberflächlicher und wird manchmal zusammen mit
Demodex canis nachgewiesen. Eine Demodikose durch Demodex cornei
geht mit Rötungen der Haut, Schuppenbildung und deutlichem Juckreiz einher. Für
ihren Nachweis kann auch ein sog. “Tesafilm-Abklatsch-Test” herangezogen werden.

 

Bild rechts: Veränderungen der Qualität des Haarkleids und Juckreiz durch
Demodex cornei.
Bild links: Generalisierte Demodikose (Demodex canis)



7. Demodikose durch Demodex injai

Die Milbe
Demodex injai ist länger als Demodex canis. Sie scheint vor allem
in den Talgdrüsen zu leben und wird im Zusammenhang mit “fettiger” Haut v.a. bei
verschiedenen Terrierrassen gefunden. Die Erkrankung führt zu schlechter
Haarqualität mit schütterem Haar und unterschiedlich starkem Juckreiz besonders
auf dem Rücken. Es ist unbekannt, ob es zu Übertragungen von befallenen zu
gesunden Hunden kommt.